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Freitag, 16. Oktober 2015

Jedes Jahr die gleiche Prozedur und der Nematode früher Tod


Letzten Samstag wurden wir von den angekündigten Bodenfrösten überrascht. In aller Eile trafen wir Vorbereitungen für die frostfreie Überwinterung unserer nicht nur zahlreichen sondern inzwischen auch gigantisch gewachsenen Kübelpflanzen. Dabei kommt mir jedes Jahr der gleiche Gedanke: daß ich für den nächsten Winter unbedingt eine andere Lösung finden muß.
Ideen habe ich viele, z.B. ein Haus mit Wintergarten, Keller und Garage beziehen, was dann doch als ziemlich realitätsfern ausscheiden muß, oder die Pflanzen den Winter über draußen stehen lassen, damit sich das Problem von selbst löst. Nur so herzlos bin ich nicht und missen möchte ich sie genau genommen auch nicht. So feile ich weiter an einer Lösung, während Palmen, Oliven und Co. immer prächtiger wachsen…. 
 
Straff gebunden an die 2,70m hohe Zimmerdecke stoßend

Vorm Regen und dem Einräumen der Pflanzen habe ich  die leuchtend rote Herbstpracht und die letzten blühenden Japananemonen noch einfangen können.


Von dem knalligen Rot des Wilden Weins bin ich jedes Jahr aufs Neue überwältigt.

Das wird in diesem Jahr wohl hoffentlich nicht die letzte Gelegenheit für sonnige Herbstfotos gewesen sein. Ab dem 25.Oktober soll die Sonne hier wieder scheinen. Den Nematoden hilft das wohl nicht mehr. 
Am Wochenende war ich beim Ausbringen dieser Fadenwürmer noch guter Dinge, ich freute mich auf den für Dienstag vorhergesagten Regen. Schließlich sollte mir dieser das Bodenfeuchthalten ersparen. Aber wie so oft kommt es anders. Der Regen ist zwar nicht stark aber fällt stetig. Mein Garten steht unter Wasser, in Senken haben sich Pfützen gebildet. Grundsätzlich könnte ich damit leben, leider nur die empfindlichen Nematoden nicht, denn Staunässe ist der Nematoden Tod. Ich hoffe, sie hatten in dieser kurzen Zeit Gelegenheit, die Dickmaulrüsslerlarven zu finden. Ich habe nicht vor, das Procedere zu wiederholen, jedenfalls nicht vor April 2016!

Ich wünsche uns allen noch schöne Herbsttage!
Bis dahin
Liebe Grüße
Kathinka


Montag, 12. Oktober 2015

Kampf dem Dickmaulrüssler


Trotz aller Bemühungen zeigen sich auch in diesem Jahr an Efeu, Rhododendron und Lonicera  frische Fraßspuren der Dickmaulrüssler. 


Die Käfer können drei Jahre alt werden und legen in dieser Zeit bis zu 1.000 Eier. Der adulte Käfer ist schwer zu bekämpfen, seine gefräßige Brut läßt sich leichter vernichten, doch ist eine konsequente Ausbringung von Nematoden über mehrere Jahre erforderlich. Der Nachwuchs ließ sich dadurch bereits kräftig dezimieren.

Zum Einsatz gegen die Larven des Dickmaulrüsslers gibt es zwei Sorten von Nematoden: 
             
          Nematoden, kälteverträglich (SK), Steinernema kraussei
          Nematoden (HM), Heterorhabditis spec.
 
Da  durch meinen Urlaub bedingt, die Ausbringung jahreszeitlich recht spät erfolgt, entscheide ich mich für die kälterverträgliche Sorte. Inzwischen habe ich mit einem Onlineshop einen verläßlichen Anbieter gefunden. Die Nematoden sind sehr empfindlich und sollten nicht ungekühlt über Wochenenden oder Feiertage bei der Post liegen. Mit Schneckenprofi hat der zügige Versand immer sehr gut funktioniert, meist war das Päckchen bereits am Folgetag meiner Bestellung im Briefkasten. Auf deren Homepage wird ausführlich über die Rüssler informiert.

Die Nematoden sollten zeitnah, möglichst noch am selben Tag ausgebracht oder kurzzeitig im Kühlschrank gelagert werden. Sie sind nicht nur hitze- sondern auch lichtempfindlich und benötigen Feuchtigkeit, um in das Erdreich eindringen zu können. Staunässe vertragen sie wiederum nicht. 
Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten ist eine Ausbringung nicht sonderlich schwierig aber sehr wirkungsvoll.

 Zum Ansetzen und Ausbringen benötige ich:

Wasser - Eimer - Gießkanne  - Meßbecher - Rührlöffel - Nematoden
                          und einen bedeckten Himmel oder Dämmerung 

In einem Beutel befinden sich 50 Mio. Nematoden, 
die für eine Fläche von 100 m² ausreichend sind (500.000/m²).

Falls es nicht geregnet hat, wässere ich zunächst den Boden


Anschließend rühre ich den Beutelinhalt klumpenfrei in 5 l Wasser ein. 

 Eine 10 l Gießkannenfüllung reicht für ca. 4 m², folglich muß ich pro 100 m² Fläche 
25 Gießkannen füllen und ausbringen. 

 
Mein Mischungsverhältnis für die Gießkanne : 200ml Nematodenlösung auf 10 l Wasser

Die Nematoden setzen sich schnell am Boden ab, 
deshalb rühre ich vor jedem Umfüllen erneut um.


Ich behandle inzwischen sämtliche Flächen in meinem Garten,  Kübelpflanzen, Beete, Rasen, Kompost....die Rüssler können zwar nicht fliegen aber flink krabbeln und legen ihre Eier überall im Boden ab.

Nach dem Ausgießen der Nematoden wässere ich nochmals, damit Nematoden, die eventuell auf Pflanzen gelandet sind, auf den Gartenboden gespült werden.

 
Die folgenden drei Wochen sollte der behandelte Boden feucht gehalten werden. Vorsicht vor Staunässe!

Die Nematoden dringen in die Dickmaulrüsslerlarven ein, zerstören diese durch Absonderung eines Bakteriums, vermehren sich in der Wirtslarve und wandern weiter. 

Die nächste Gießkannenaktion ist dann wieder ab April ab einer Bodentemperatur von mindestens 12° C erforderlich. Die verbliebenen Käfer werde ich im Frühjahr mit Fallen bekämpfen. Dann habe ich es hoffentlich geschafft.

Eure Kathinka



Samstag, 3. Oktober 2015

Weintraubengelee





Cochem

Vor  langer Zeit erstanden wir auf einer Moselreise zwei Weinstöcke. Dabei hatten wir keine Traubenernte sondern die Berankung von Carport und Pergola im Sinn.  

  Neef

Beilstein

Wir wollten sie einfangen, die besondere Atmosphäre an der Mosel mit ihren malerischen Städtchen, mit den liebevoll geschmückten, weinberankten Winzerhäusern und trugen die zarten Pflänzchen in unser Zuhause.
In der Hoffnung, die pilzresistenten und frostunempfindlichen Exemplare mögen auch bei uns im rauhen Norden Wurzeln schlagen und gedeihen, pflanzten wir sie in unseren Gartenboden. 

Einer der als „Regent“ deklarierten  Weinstöcke  entpuppte sich zwar als  grüne Trauben tragendes Rebgewächs, doch - obwohl auf der Nordseite gepflanzt – zeigt er sich sehr wuchsfreudig. Ich vermute, es ist ein „Phönix“ Tafeltraubengewächs.

Die Trauben sind sehr süß, doch leider auch kernig. So durften sich bisher die Drosseln an den Früchten erfreuen, denn ich präferiere die kernlosen Sorten. Der Weinstock trägt von Jahr zu Jahr üppiger, ich entschloß mich zu einer Verarbeitung der Trauben und versuchte mich erstmals in der Herstellung eines Weintraubengelees.



Ich erntete 3 kg Trauben.

Und so geht's:

Weintrauben waschen und von den Stielen befreien.


Mit etwas Wasser (Apfelsaft ist auch möglich) aufkochen und so lange köcheln, bis die Trauben platzen und sich leicht zerdrücken lassen (ca. 20- 30 Min.).

Währenddessen ausreichend Marmeladengläser und deren Deckel mit kochendem Wasser ausspülen.

Ein Baumwolltuch über einem Seiher (Durchschlag) ausbreiten und diesen zum Auffangen des Saftes in ein ausreichend großes Gefäß stellen. 

Die gekochte Traubenmasse einfüllen und abkühlen lassen, damit sie im Tuch gut ausgedrückt werden kann. Das Tuch mit den zerkochten Trauben darin kräftig auswringen.

(Mit einem Entsafter wird es wohl auch funktionieren, ich bevorzuge die gute alte Handarbeit, doch muß ich zugeben, es war sehr lästig)

Ich habe 800 ml Saft gewonnen, dieser wird mit 1 kg Gelierzucker und dem Saft einer Zitrone unter Rühren aufgekocht und 5 Minuten rührend weiter gekocht.

Die Masse anschließend direkt in die vorbereiteten Marmeladengläser füllen, verschließen und für fünf Minuten auf den Kopf stellen.

  
Viele Gläser waren's leider nicht, doch das Gelee ist sehr lecker!

Wenn  diese Extremtemperaturen hier im Norden anhalten, kann ich bestimmt bald Wein keltern!

Bis dahin bleibe ich wohl lieber bei den Moselweinen...

oder geht noch Grappa vom Rest? :0)

Sehr appetitlich sehen die zerdrückten Trauben nicht aus



Ach ja! Der zweite Weinstock! 
Der steht an der sonnigen Terrasse, mußte allerdings wegen Terrassenerweiterungen schon zweimal umgesetzt werden. Davon erholt er sich jetzt langsam. Ich versuche, ihn durch entsprechenden Schnitt zu erziehen und an der Pergola entlang zu führen. Für Bewohner südlicher Gefilde sicher nichts Besonderes, doch ich hatte die Schnittechnik erst einmal gründlich zu studieren..


Bis bald
und liebe  Grüße
Eure Kathinka