| Cochem |
Vor langer Zeit
erstanden wir auf einer Moselreise zwei Weinstöcke. Dabei
hatten wir keine Traubenernte sondern die Berankung von Carport und Pergola im
Sinn.
| Neef |
| Beilstein |
Wir wollten sie einfangen, die besondere Atmosphäre an der Mosel mit ihren malerischen Städtchen, mit den liebevoll geschmückten, weinberankten Winzerhäusern und trugen die zarten Pflänzchen in unser Zuhause.
In der Hoffnung, die pilzresistenten
und frostunempfindlichen Exemplare mögen auch bei uns im rauhen Norden Wurzeln
schlagen und gedeihen, pflanzten wir sie in unseren Gartenboden.
Einer der als „Regent“
deklarierten Weinstöcke entpuppte sich zwar als grüne Trauben tragendes Rebgewächs, doch - obwohl
auf der Nordseite gepflanzt – zeigt er sich sehr wuchsfreudig. Ich vermute, es
ist ein „Phönix“ Tafeltraubengewächs.
Die Trauben sind sehr süß, doch leider auch kernig. So durften sich bisher die Drosseln an den Früchten erfreuen, denn ich präferiere die kernlosen Sorten. Der Weinstock trägt von Jahr zu Jahr üppiger, ich entschloß mich zu einer Verarbeitung der Trauben und versuchte mich erstmals in der Herstellung eines Weintraubengelees.
Ich erntete 3 kg Trauben.
Und so geht's:
Weintrauben waschen und von den Stielen befreien.
Mit etwas Wasser (Apfelsaft ist auch möglich) aufkochen und so lange köcheln, bis die
Trauben platzen und sich leicht zerdrücken lassen (ca. 20- 30 Min.).
Währenddessen ausreichend Marmeladengläser und deren
Deckel mit kochendem Wasser ausspülen.
Ein Baumwolltuch über einem Seiher (Durchschlag) ausbreiten und
diesen zum Auffangen des Saftes in ein ausreichend großes Gefäß stellen.
Die gekochte Traubenmasse einfüllen und abkühlen lassen,
damit sie im Tuch gut ausgedrückt werden kann. Das Tuch mit den zerkochten Trauben darin kräftig auswringen.
(Mit einem Entsafter wird es wohl auch funktionieren, ich bevorzuge die gute alte Handarbeit, doch muß ich zugeben, es war sehr lästig)
Ich habe 800 ml Saft gewonnen, dieser wird mit 1 kg
Gelierzucker und dem Saft einer Zitrone unter Rühren aufgekocht und 5 Minuten rührend
weiter gekocht.
Die Masse anschließend direkt in die vorbereiteten Marmeladengläser
füllen, verschließen und für fünf Minuten auf den Kopf stellen.
Wenn diese Extremtemperaturen hier im Norden anhalten, kann ich bestimmt bald Wein keltern!
Bis dahin bleibe ich wohl lieber bei den Moselweinen...
oder geht noch Grappa vom Rest? :0)
oder geht noch Grappa vom Rest? :0)
| Sehr appetitlich sehen die zerdrückten Trauben nicht aus |
Ach ja! Der zweite Weinstock!
Der steht an der sonnigen Terrasse, mußte allerdings wegen Terrassenerweiterungen schon zweimal umgesetzt werden. Davon erholt er sich jetzt langsam. Ich versuche, ihn durch entsprechenden Schnitt zu erziehen und an der Pergola entlang zu führen. Für Bewohner südlicher Gefilde sicher nichts Besonderes, doch ich hatte die Schnittechnik erst einmal gründlich zu studieren..
Bis bald
und liebe Grüße
Eure Kathinka
