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Donnerstag, 24. November 2016

Kiesmosaik



Dort, wo einst der Wacholder seine ausladenden Zweige auf unsere Terrasse  geschoben hatte, verlegten wir nach seiner -mir nicht leicht gefallenen- Entfernung kurzerhand vier Gehwegplatten . Jetzt hat hier in der frostfreien Jahreszeit die Palme ihren Platz gefunden (und wird wohl angesichts ihres kräftigen Wachstums demnächst ihre Wedel über die Terrasse schieben...).

Der provisorische Übergang von Gehweg- zu Polygonalplatten war ein unschönes von Moos überwuchertes Flickwerk . Meine Provisorien halten sich generell sehr hartnäckig in Haus und Garten, aber für diesen Bereich mußte schleunigst eine ansehnlichere Lösung gefunden werden.

 

Unschönes von Moos überwuchertes Flickwerk 


Anregungen dazu fand ich u.a. in Charleston Farmhouse oder Great Dixter. Auch in diversen Gartenzeitschriften war ich auf Anleitungen zur Gehweggestaltung aus Kieselsteinen gestoßen. Aus den unterschiedlichen Beschreibungen suchte ich mir die für meine Zwecke passendste heraus.

Von einem meiner letzten Projekte hatte ich noch gewöhnlichen Baukies übrig, den ich statt der wohlgeformten Kieselsteine durchaus für ausreichend und geeignet befand.

Und hier meine Anleitung: 

Schritt 1:
Kies waschen und die Steine nach Farbe, Form und Größe sortieren.



Schritt 2:
Für das Kiesmosaik den Unterboden ausheben. In den diversen Anleitungen werden Vorschläge zu einer Bodenaushubtiefe zwischen 5 cm und 35 cm gemacht. Da eine Frostfestigkeit in diesen Tiefen sowieso nicht erreicht wird, wählte ich eine Aushubtiefe von 15 cm.

Schritt 3:
Beton anmischen. Dazu möglichst Estrichbeton verwenden. Ein feines Zement-Sand-Gemisch ist als Untergrund nicht stabil genug.


Schritt 3:
Den Beton bis ca. 4 cm unter Oberkante der Gehweg- und Polygonalplatten einfüllen und durch stampfen verdichten. 

Zusätzlich ein Gewebe zur Stabilisierung einlegen.



Schritt 4: 
Mit Zement-Sand-Gemisch (1 Teil Zement, 2 Teile Sand und 1 Teil Wasser) bis ca. 2 cm unter Oberkante auffüllen (entsprechend der Kieselsteinstärke).

Schritt 5:
Jetzt folgt der kreative Teil: die sortierten Steine ganz nach Belieben in dieses Zement-Sand-Gemisch drücken und je nach Steindicke ggfs. mit dem Gemisch unterfüttern bzw. zu viel entfernen, um eine gleichmäßige Höhe zu erzielen. 


Schritt 6: 
Nach dem Verlegen Zementschlämme (Zement mit Wasser) über dem Mosaik verteilen und die Steine mit einem feuchten Schwamm wieder frei legen. Diese Prozedur ist dem Fliesenverfugen sehr ähnlich.


Nach der Trocknung wird die Zementschlämme
sehr hell, die weißen Steine fallen kaum auf. 
Das hatte ich nicht bedacht.


Sollte das Ganze den Frost unbeschadet überstehen, werde ich wohl noch einzelne Polygonalplatten durch Kiesmosaike ersetzen.

Wie es dem Kiesmosaik im frostigen Winter ergehen wird, berichte ich im Frühjahr.

Bis dahin
Liebe Grüße
Kathinka



Dienstag, 24. März 2015

Beton - Vogeltränke und Pflanzkübel selber machen



Eine Gartenliebhaberin mit dem Anspruch, alles selbst zu machen,  gießt selbstverständlich auch ihre eigene Gartendeko und Pflanzkübel.
  Letzten Sommer wagten meine Jüngste und ich einen ersten Versuch. 


Das Rezept für die Vogeltränke ist simpel:

Man nehme
eine stabile Unterlage (Brett, Pinwand, Tisch o.ä.)
Sand
ein Rhabarberblatt
Folie
Speiseöl
eine Schutzbrille
eine Atemschutzmaske
ein Paar Arbeitshandschuhe
einen Baukübel oder ähnliches zum Betonanrühren
einen Rührlöffel oder ähnliches (für größere Mengen empfiehlt sich ein Rührstab, der in die Bohrmaschine gespannt wird)
1 Teil Zement
2 Teile feinen Sand
1 Teil Wasser


Schritt 1
Zunächst wird feuchter Sand auf der Unterlage angehäufelt, mit Folie abgedeckt und das Rhabarberblatt mit der Oberseite nach unten aufgelegt. Der Blattstiel ist kurz abzuschneiden, damit sich hier später kein Loch bildet. Damit das Blatt später nicht am Beton kleben bleibt, wird es mit Öl bestrichen.


Schritt 2
Nun wird die Schutzkleidung angelegt und der Beton aus Sand, Zement und Wasser sehr sorgsam und recht vorsichtig, um die Staubbildung gering zu halten, angemischt.


Schritt 3
Die Mischung wird gleichmäßig ca. 2 cm dick auf das Blatt aufgetragen und oben (am späteren Boden) zur Standfestigkeit mit einem Brett o.ä. abgeflacht.

Schritt 4
Der Beton sollte jetzt einige Tage langsam trocknen. Um Rißbildung zu vermeiden, nicht der Sonne aussetzen und möglichst mit Folie oder feuchtem Tuch abdecken. 


Schritt 5
Nach vollständiger Aushärtung die Schale vorsichtig von dem Rhabarberblatt abheben und Reste des Blattes soweit möglich abziehen. Wir haben die Kanten der Schale mit einer Feile bearbeitet, da wir großzügig über das Blatt hinaus Beton aufgetragen hatten. Letzte Reste des Blattes lassen sich noch gut entfernen, wenn es eingetrocknet ist. Abschließend gibt Buttermilch noch einen antiken Charakter, falls das gewünscht sein sollte.


Unser erster Versuch hat eine sehr tiefe Schale ergeben, die möglicherweise ungeeignet ist für Jungvögel.  Eventuell perforieren wir sie vorsichtig mit einem kleinen Bohrer, damit der Regenwasserpegel nicht zu hoch gerät.


Weil wir gerade im Bastelrausch taumelten,  organisierten wir noch jede Menge Gefäße in diversen Formen und Größen, um Pflanzkübel in Steincharakter zu gießen. Die Herstellung ist etwas aufwendiger, das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen, oder? Die Schale ist doch kaum zu unterscheiden von der echten Obernkirchner Sandsteinplatte auf der sie steht!

Hier das Mischungsverhältnis:
1    Teil Zement
1,5 Teile Sand
1    Teil Blumenerde
und soviel Wasser einrühren, bis eine gut knetbare Konsistenz erreicht ist.
Wieder gut verrühren und dabei Schutzkleidung tragen.
Für die Pflanzkübelherstellung werden jeweils zwei Behältnisse benötigt, die ineinander passen und noch einen Mindestabstand von ca. 3 bis 5 cm (bei sehr großen Kübeln auch mehr) haben sollten.  
Den größeren Kübel innen mit Folie ausschlagen, Boden mit der Masse befüllen, den kleineren von außen in Folie kleiden, in die Betonmasse drücken und mit Steinen beschweren.
Die Seiten ebenfalls füllen und kräftig stopfen, damit sich keine Lufteinschlüsse bilden. 
Über Nacht trocknen lassen und anschließend mit Drahtbürste, Löffel oder Schraubendreher so bearbeiten, daß ein antiker Charakter entsteht. Einige Tage austrocknen lassen.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Beton gießen.

Eure Kathinka