Samstag, 22. November 2014

Teil III Ein Reihenhausgarten entsteht

 

Der Teich  - im Kleinen wie im Großen -


 
 

Dort, wo zufällig der Erdaushub für die Grundplatte des Geräteschuppens abgelegt wurde, entstand ein Hügelbeet. Davor begannen meine jüngste Tochter und ich ein Loch für eine Teichschale auszuheben. Eines war für mich von Anfang an klar: zu einem Garten gehört auch ein Teich mit plätscherndem Wasserspiel  und Wasserfall.

Aufgrund der langen Trockenheit und des hohen Tonanteils  war der Gartenboden steinhart und die Bearbeitung äußerst mühsam.
Es klappte nur mit Spitzhacke! 


So hart, wie der Boden bei Trockenheit war, so wasserundurchlässig und matschig zeigte er sich dann bei dem ersten  Dauerregen. 





Wir waren voller Tatendrang und hätten so gerne  das Hügelbeet bepflanzt und Bachlaufschalen eingebaut. Doch wir wurden ausgebremst. Das Regenwasser blieb nicht nur wochen- sondern monatelang auf dem Grundstück stehen und gefror im Winter. 
Die bereits gepflanzten Stauden und Sträucher verfaulten.










Im folgenden Frühjahr begannen wir von Vorne, lockerten nun tiefgründig auf, nahmen noch tiefere sogenannte Entlastungsbohrungen vor, legten Rollrasen und setzten wasserschlürfende Pflanzen (Weide und Hortensie).





Auch wenn ich (wieder etwas übermalt und verfremdet) die Fontaine stolz präsentiere, so war das Gestaltungsergebnis  doch nur suboptimal: die schwarzen  Kunststoffschalen wirkten unnatürlich, und warum ich den Wasserschlauch ausgerechnet direkt unter diesen Schalen eingegraben hatte, erschließt sich mir jetzt auch nicht mehr. 

Im Laufe der Zeit überwucherten zwar Kräuter und Steingartenpflanzen die Schalenränder und ich versuchte, sichtbaren Kunststoff mit Steinen zu bedecken; zufrieden war ich nicht.

Zehn Jahre gingen ins Land, bevor ich die Zeit (und Energie) fand, die Teichschalen zu entfernen und den Wasserschlauch  an weniger exponierter Lage zu verstecken. Die Fontaine verschwand allerdings sehr schnell , sie wurde durch einen leiseren Schaumsprudler ersetzt. Während mich das Plätschern beruhigte, fühlte sich meine Nachbarin gestört. So unterschiedlich können die Wahrnehmungen sein!


Unter widrigen Wetterbedingungen setzte meine Tochter Teichpflanzen und kleine Goldfische ein.


Und so wandelte sich Teich, Bachlauf und Wasserfall im Laufe der Zeit:

Im Juli 2001
Aus Italien brachten wir unsere „Madame“ mit. Wir haben sie mit frostfestem Fliesenkleber auf einem im Erdreich versenkten und mit Beton gefüllten Maurerkübel befestigt. Ich kann mich nicht nur für altes Eisen begeistern, sondern liebe auch Kitsch.

Im August 2004
Fröschen scheint unser Teich zu gefallen, wir zählten zwölf von ihnen. Sie quaken erstaunlicherweise recht leise (ob das wohl "artig" ist?) Auf dem Foto ist im Vordergrund eine türkisfarbene Schwimmschale mit Mulden für Teelichter zu sehen. Die kleinsten Frösche saßen gerne in diesen Mulden, ich konnte mich kaum satt sehen!

Die Teichpflanzen breiteten sich rasanter aus, als uns lieb war. Sie zurückzuschneiden war ein äußerst anstrengendes Unterfangen. Wir setzten die Pflanzen in Eimer, um zukünftig ein unkontrolliertes Ausbreiten zu verhindern.


Im April 2005




Im Juni 2013
Die Umgestaltung des Wasserfalls ist abgeschlossen.
Im August 2014
Der kleine Faun ist ebenfalls ein Mitbringsel aus einem unserer zahlreichen Italienurlaube. Es ist einer der Lieblingssitzplätze von unserer Tochter und mir, können wir doch von ihm aus die kleinen tapsigen Frösche und anmutig durch das Wasser gleitenden Goldfische beobachten. 


Winter 2013

Die Teichpumpe wird jeden Herbst aus dem Teich gehoben, gesäubert und kommt zur Überwinterung in eine mit Wasser gefüllte Schale ins Haus (da vermisse ich wieder meinen Keller..) 
Im ersten Winter hatte ich ein großes Aquarium für die Goldfische besorgt und bis auf zwei konnten wir alle aus dem Teich fischen und umsetzen. Den Kleinsten unter ihnen ist das allerdings nicht bekommen, ihnen wurden von den anderen die Flossen abgebissen und sie starben. Das war sehr dramatisch. 
Im folgenden Frühjahr sah ich dann die beiden Fische, die wir trotz großer Mühen im Herbst zuvor nicht einfangen konnten, putzmunter im Teich schwimmen. Wir hatten sie bereits aufgegeben, aber sie hatten in dem Teich mit einer Wassertiefe von unter 80 cm überlebt! Seitdem bleiben die Fische auch im Winter draußen , ich lege lediglich einen Eisfreihalter auf das Wasser und das hat all die Jahre trotz teils starker Fröste funktioniert. 
Momentan haben wir wieder zahlreiche Jungfische im Teich; einer von ihnen ist pechschwarz. Ich weiß noch nicht, ob dieser auch noch rot wird oder was sonst aus ihm wird, wenn er einmal groß ist....

So, das war jetzt doch reichlich viel zu  lesen und nächste Woche geht’s  schon weiter mit dem  Wasserspeier-Projekt. Weil es eine Weile dauert, bis meine Pläne gereift sind und noch länger dauert, bis sie in die Tat umgesetzt sind, wird das eine etwas längere Geschichte...

Bis dahin
Liebe Grüße
Eure Kathinka

Kommentare:

  1. Dein Teich hat sich ganz wunderbar entwickelt und sieht jetzt ganz natürlich aus! Das Problem mit den Pfützen im Rasen hatten wir im Garten am Haus auch! Ich bin mit der Aerifiziergabel wie eine Irre durch den Garten, bis der Rasen aussah, wie ein Schweizer Käse! An manchen Stellen hat aber auch das nichts geholfen und da hab ich zu einer "ungewöhnlichen" Methode gegriffen! Ich habe mir einen langen Mauerdurchbruchbohrer geholt und mit dem Akkuschrauber tiefere Löcher in den Boden "gebohrt"!!!! Die Nachbarn haben vielleicht blöd geguckt!!! Haha... Aber scheinbar hat es funktioniert... seitdem habe ich keine Probleme mehr mit Pfützen!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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    1. Liebe Margit,
      ich hatte auch zuerst mit einer Gabel versucht, den Boden zu perforieren, das führte jedoch nur noch zu weiterer "Matschepampe". Die Idee mit dem Mauerdurchbruchbohrer ist ja schon genial; auch wenn's offensichtlich erfolgreich war, schmunzeln muß ich ja doch bei der Vorstellung, wie du Löcher in einen Gartenboden bohrst...
      Viele Grüße
      Kathinka

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  2. Das ist ja eine schöne Dokumentation! Ich liebe es, die Entwicklung eines Gartens beobachten zu können.Dein Garten hat sich ja scheinbar zu einem richtigen Paradies entwickelt!
    Liebe Grüße, Margit

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    1. Liebe Margit,
      lieben Dank für deinen Kommentar. Ja, das ist hier für mich mein kleines Paradies....Ich mag es auch, die Entwicklung eines Gartens zu beobachten. Jetzt, wo ich dabei bin, für das Blog die alten Fotos zu sichten, fällt mir erst auf, wie viel sich schon verändert hat.
      Viele Grüße
      Kathinka

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  3. Hallo Kathinka,
    das war wieder sehr ausführlich und spannend zu lesen. Schmunzeln musste ich bei dem Wort 'Spitzhacke', denn das ist oft das einizige MIttel hier, um in tiefere Erdschichten vorzudringen. Auf jeden Fall ist euer Teich ganz herrlich eingewachsen und keiner vermutet mehr die Schale. Ich hab bis jetzt nur Erfahrung mit Pflanzen im Weinfass, aber nächstes Jahr möchte ich auch einen kleinen Teich in ähnlicher Größe, wie du. Ich habe schon mal mit einem Biologen fachgesimpelt, weil sie in unserem Bürgergarten gerade einen riesigen Teich anlegen.
    Er meinte allerdings, Goldfische sind ein großes Problem fürs biologische Gleichgewicht. Habt ihr damit gar keine Probleme? Wäre mal interessant.
    Liebe Grüße, Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      wir haben eigentlich keine Probleme damit. Es heißt ja immer, Goldfische und Amphibien gehören nicht gemeinsam in einen Teich. Goldfische würden den Laich der Frösche und die wiederum den Laich der Fische fressen. Bei uns leben alle in friedlicher Koexistenz; vielleicht wird der Nachwuchs bis zum ausgewogenen Gleichgewicht vertilgt, und somit eine Überpopulation verhindert. Das ist jetzt eine ganz persönliche Mutmaßung von mir… Damit der Teich nicht kippt, sollten sauerstoffspendende Wasserpflanzen eingesetzt werden, die dem Wasser zusätzlich auch noch Nährstoffe entziehen. Da die Fische beim Gründeln viel Nahrung finden, wird auch selten gefüttert (durch das Futter gelangen oft zu viele Nährstoffe ins Wasser) Und ganz wichtig sind auch Schaumsprudler und Wasserfall, die den Teich mit Sauerstoff versorgen.
      Liebe Grüße
      Kathinka

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  4. Ich mußte eben grinsen, als ich von der Wahrnehmung der Nachbarn las. Ich bin sehr geräuschempfindlich. Und als ich deinen Sumpf sah, dachte ich: Wohnt sie hier im Ort und hab schnell mal nachgelesen. Aber uns trennen Welten, ich wohne in Hessen. Wir haben hier auch stehendes Wasser, weswegen Rosen kaum wollen im Garten. Vorher hatte ich da Wasserdost, nun einen Sitzplatz und das Wasser steht wieder.
    Deine Winterdeko sieht klasse aus (für die Madame kann ich mich nicht erwärmen, aber das ist wie so Vieles Geschmacksache).

    Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      ja, da habe ich wohl einige Leidensgenossinen, die mit stehenden Gewässern in ihren Beeten zu kämpfen hatten oder noch haben. Margit von Margeraniums Gartenblog berichtete auch gerade davon. Rosen gedeihen bei mir im Garten leider auch nicht. Wohnst du nicht am Hang? Da kann sich das Regenwasser am tiefsten Punkt ja leider immer gut sammeln. Wasserdost wär ja vielleicht auch noch was für meinen Garten, der kommt mit feuchten Böden wohl gut zurecht, oder? Sein Name läßt das zumindest vermuten. Ja, die Madame ist wohl nicht jedermanns (oder jedefrau) Sache; inzwischen ist sie sehr grau geworden und hat Moos angesetzt...
      Liebe Grüße
      Kathinka

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  5. Hallo Kathinka,
    inzwischen haben wir keine Fische mehr in unserem Teich am Haus, da uns der Teich in einem Winter wohl mal zu lange zugefroren war, als die Pumpe unbemerkt den Geist aufgab. Die hat uns den Teich nämlich immer etwas offen gehalten und die Vögel mit Frischwasser versorgt. Nun leben wir seitdem halt ohne Pumpe & Fischbesatz. Die Schnecken und Molche freut es. Obwohl die Frösche den kleineren Tümpel weiter hinten im Garten bevorzugen. Vielleicht auch, da ihnen die Katzen dort etwas seltener auflauern …

    Wir hatten auch 'schwarze' Goldfische. Manche färbten sich noch um, aber einige waren wohl die x-te Generation ehemaliger Goldfische und blieben dann einfach dunkel. Auf jeden Fall scheint es mit der Wassertemperatur zusammenzuhängen wie schnell sie sich umfärben.
    Und trotz Fischbesatz hatten wir häufig Molche im Teich, Frösche auch ab und an. Entscheiden ist wohl, ob es undurchdringliche Bereiche im Teich gibt, wo Molche & Frösche ungestört laichen können und sich die Fische nicht gleich anstellen, um den Laich zu futtern. Das konnten wir nämlich mal beim Abbleichen der Fische beobachten …
    VG Silke

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    1. Ach, das ist ja interessant, was du über die schwarzen Fische schreibst! Ja, ich achte auch darauf daß die Tiere einige zugewucherte Bereiche im Teich haben, allerdings habe ich bisher noch keine Kaulquappen gesichert. Ich bin davon ausgegangen, daß die Frösche zuwandern...
      VG Kathinka

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  6. Ich hab´ Deine Beiträge zum Garten erst jetzt gesehen! Ich liebe solche Berichte und Bilder wie sich Gärten entwickeln!
    Vielen Dank dafür Kathinka!
    Gemütlich habt Ihr´s Euch gemacht. Da verbringt Ihr sicher so manchen schönen Abend!
    Das Winterbild finde ich auch klasse! Die Lichterkette unter dem Schnee ist eine toller Blickfang!
    Viele Grüße von Renate

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    1. Ja, vielen lieben Dank, Renate! Es stimmt, im Sommer sitzen wir abends immer noch draußen (wenn es das Wetter zuläßt)
      VG Kathinka

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