Anläßlich des Fußballspiels hatten wir Besuch aus
Leverkusen; und wohin führt der Hannoveraner seine Gäste? Selbstverständlich in
die berühmten Herrenhäuser Gärten!
Zu diesen Gärten zählen der Große Garten, der
Berggarten,
der Welfengarten und der Georgengarten.
Wir lustwandelten heute Mittag im Großen Garten, einer
der bedeutendsten europäischen Barockgärten.
Durch diesen Laubengang betraten wir den Garten
und
spazierten durch einen kleinen Gartenraum mit einseitig durch Buchsbaumhecken
begrenzten und weiß und blau blühend bepflanzten schmalen Beeten.
Johann Friedrich, Herzog von
Braunschweig-Lüneburg ließ ab 1665 das Schloß in Herrenhausen erbauen und einen
Lustgarten
anlegen. Unter der Regentschaft des Kurfürsten Ernst-August und seiner Ehefrau Kurfürsten
Sophie wurde der Große Garten in einen Barockgarten umgestaltet und in den
folgenden Jahren mehrfach erweitert.
 |
Blick durch die Glockenfontäne auf das 2013 wieder aufgebaute Schloß
|
Durch die Personalunion (der König von Hannover war
gleichzeitig Herrscher des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland)
geriet der Große Garten in Vergessenheit und verwahrloste. 1936 erwarb die
Stadt Hannover den Garten und begann mit einer Instandsetzung, die durch den 2.
Weltkrieg beendet wurde; Brandbomben zerstörten Schloß und Gartenanlagen. Lediglich die Grotte, die Große Kaskade und die Freitreppe des Schlosses blieben erhalten. 2013 wurde das Schloß nach Entwürfen
des Hofbaumeister Georg Friedrich Laves originalgetreu wieder aufgebaut.
Noch
vor dem Wiederaufbau des Schlosses gestaltete die einzige Ehrenbürgerin der Stadt Hannover und 2002 verstorbene Künstlerin Niki de Saint Phalle die historische Grotte mit bunten Glas- und Spiegelmosaiken und ihren bekannten farbenfrohen Figuren. Sie verstarb noch vor der Fertigstellung. Meine Fotos darf ich leider nicht veröffentlichen, denn
die Grotte ist als Gesamtkunstwerk urheberrechtlich geschützt.
Die Kaskaden rechts neben dem Schloß sind im
Original erhalten geblieben;
von oben fällt der Blick auf das Große Parterre:
Die Große Fontäne erreichte eine Höhe von rund
35 m und war damit
die größte ihrer Zeit an einem europäischen Hof.
Heute erreicht
sie eine Höhe von 70 m.
Das Gartentheater
Von den
ursprünglich 27 vergoldeten Figuren sind noch 17 erhalten, die 18. Figur wurde
ergänzt. Hier finden seit mehr als 300 Jahren Theateraufführungen statt. Unter freiem
Himmel wird Platz für 1000 Zuschauer geboten.
1720 wurde die Orangerie erbaut
 |
Blick durch das Goldene Tor auf die Orangerie
|
 |
Die Buchsbaumornamente im Orangenparterre sind stark
befallen
|
 |
Hier wurde offensichtlich eine alternative Bepflanzung
gewählt
|
 |
Schachbrettfelder
mit Zitrushochstämmchen im Orangenparterre |
 |
Der Barockgarten, einer von acht Sondergärten
|
Ganz am Ende stießen wir noch
auf einen kleinen ummauerten Garten, den ich bisher noch nicht kannte.
Mit unserem Kombiticket
können wir während der Sommersaison auch noch Schloß und Berggarten
besichtigen. Bericht folgt…
Bis dahin
Liebe Grüße
Eure Kathinka