Donnerstag, 19. Februar 2015

Stadtpark Hannover - Schauplatz der ersten Bundesgartenschau (BUGA)



Seit ein paar Tagen werden wir mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel verwöhnt; es duftet schon nach Frühling! Zwar immer noch zu kalt für Gartenaktivitäten aber Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang.
Schon einige Jahre trage ich mich mit dem Gedanken, dem Stadtpark einen Besuch abzustatten. Er ist alles andere als weit entfernt von meinem Wohnort, selbst ein Parkplatz ist hier leicht zu finden… dennoch bin ich seit meiner Kindheit nicht mehr dort gewesen. Das habe ich nun endlich  nachgeholt.

 
Sehr viel gibt es noch nicht zu sehen: ein paar Winterlinge lugen durch das Laub, Schneeglöckchen leuchten im Unterholz und die Winterheide blüht etwas zu blaß. Gräser und trockene Stauden strahlen dezent im Gegenlicht, auf den Wasserbecken schwimmen noch kleine Eisschollen.


Der 1914 angelegte Park wurde 1933 zur „Jahresschau Deutscher Gartenkultur“ (Jadega) erweitert und nach starker Zerstörung im Krieg für die erste Bundesgartenschau 1951 umgestaltet. Die erste Gartenschau eröffnet zwischen Schutthalden, Trümmerbergen und Stapeln abgeklopfter Backsteine. Auch die im Krieg ausgebrannte Stadthalle war noch nicht vollständig wieder aufgebaut. 
Der Garten sollte Hoffnung nach der Zerstörung und Ruhe trotz aller Arbeit geben. 1,6 Mio. besuchten den 20 Hektar großen Stadtpark. Hannover hat sich seitdem zu einer Stadt der Gärten und Gartenkultur entwickelt.

Tafel am Haupteingang

Bildmitte: Rückseite der Stadthalle mit Gastronomie, die Stühle im Park darf jeder dort aufstellen, wo er gerne sitzen möchte; 
links: das Wasserbecken mit Wasserspielen ist noch leer; rechts: große Buchsbäume ohne Formschnitt

 Foto aus den 60er Jahren von einer der aufgestellten Tafeln

Mir gefällt, daß große Teile des Parks im Originalzustand der 50er Jahre erhalten sind. Zum 100jährigen Bestehen wurden Fototafeln mit den Ansichten aus dieser Zeit aufgestellt, die einen direkten Vergleich ermöglichen. Der Stadtpark ist heute ein „Kulturdenkmal der Nachkriegsmoderne“. 
Seit den 70er Jahren ist das Gesamtbild durch einen Hotelhochhausbau stark beeinträchtigt, der Heidegarten mußte für den Bau weichen. In Hannover finden sich leider einige Bausünden der 70er Jahre…

Zum 42. und wohl (hoffentlich) letzten Mal findet hier das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision statt. Über 5000 Gäste nehmen jedes Jahr an dem militärischen Sommerfest teil. Mit dem Abzug der Panzerdivision wird dieses Fest nach Oldenburg verlegt. Mich bekümmert das sicher nicht.
Aber auch angenehmere Veranstaltungen, wie die Pflanzentage finden im Stadtpark statt.


Die Wasserbecken sind noch im Originalzustand der BUGA erhalten

  Zur BUGA wurden Skulpturen aus den 30er und 50er Jahren aufgestellt,
der Rosenjunge von Ludwig Vierthaler kam in den 70er Jahren dazu


In den 90er Jahren entstand ein kleiner japanischer Teegarten mit Teehaus, 
ein Geschenk der Partnerstadt Hiroshima.


Starke Drähte und Gewichte zwingen den Baum in Form. Nichts für mich, bilde ich mir doch ein, die Pflanze leidet darunter.... 

 
Die Kübel warten auf ihre Frühjahrsbepflanzung, dann komme ich bestimmt wieder.



Bis dahin
viele Grüße
Eure Kathinka

Kommentare:

  1. Hallo Tinka,

    wir hatten ja vor gar nicht langer Zeit die Buga in Koblenz. Dort gehen wir auch hin und wieder spazieren um uns den Wandel von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter anzusehen.
    Und klar im Sommer ist er am schönsten, rund um das Schloss ist es dann wunderschön und die Anlage hat bislang noch nichts von ihrem Reiz verloren.
    Rund um den Mäuseturm in Bingen am Rhein hatten wir die Landesgartenschau....auch dort ist es immer noch wunderschön im Sommer, mit Wasserpark für die kleinen und einen Skaterpark für die größeren ist dort auch immer noch einiges los im Sommer...... Und was ich toll finde, bislang wurde noch nichts verwüstet oder beschädigt, die Städter scheinen ihre Schätze wirklich hüten zu können.

    Wunderschöne Fotos hast du uns da mitgebracht, und Gräser im Gegenlicht haben doch auch was oder ? Fahr doch bitte im Sommer nochmal hin und zeige uns diese Stellen wie sie dann aussehen, mich würde es jedenfalls freuen.

    Ganz liebe Grüße

    Anja und Anhang

    AntwortenLöschen
  2. Ja der Frühling klopt endlich an die Türe.. Ein schöner Park mit intressanter Geschichte. Danke fürs zeigen.
    Herzliche Grüsse Eveline

    AntwortenLöschen
  3. Eine interessante Sache! Schön, dass noch Vieles aus den 50er Jahren erhalten geblieben ist! Die vermooste Brücke gefällt mir aber heute fast besser!!! Ich war heute auch ein wenig im Garten zugange und habe die Stauden zurückgeschnitten!
    Zumindest vor dem Haus - im alten Garten habe ich noch nicht damit angefangen!
    Viele Grüße von
    Margit

    AntwortenLöschen
  4. Leider ist hier in unserer Nähe noch nie eine BuGa gewesen, nur die LaGa in Würzburg und die hab ich damals verpasst. Keine Ahnung warum, aber das Gelände ist immer noch schön angelegt (hab ich gelesen), doch ich bin immer noch nicht dort gewesen. Eigentlich bin ich auch kein so großer Fan von solchen Schauen, denn meistens kann man für die eigene Scholle nicht viel von dem was da gezeigt wird umsetzen.

    LG Lis

    AntwortenLöschen
  5. Hallo liebe Kathinka,
    ja, Du musst unbedingt wieder hin, wenn es mehr blüht. Die Rosen sind jedes Jahr eine Pracht und der Duft... Herrlich. Mag ja spießig und altbacken klingen, aber das Farbenmeer der blühenden Rhododendren ist auch der Hammer! Eigentlich könnten wir uns dann da mal auf einen Kaffee treffen *lach*, ist ja umme Ecke :-)
    Liebe Grüße
    Vanessa

    AntwortenLöschen
  6. Toll, Kathinka. Manchmal besucht man das, was so nahe liegt, nicht. Ich kenne das. Kürzlich erwähnte jemand eine riesige Witchhazel im Kurpark, ich hatte sie noch nie gesehen. Jetzt war ich dort, um sie zu suchen. Sie blüht sooo schön!
    Auf deinen Bildern gefallen mir die alten Fotografien, es ist so interessant zu sehen, wie die Frauen früher gekleidet waren.

    Sigrun

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Kathinka,
    im Kuppelsaal war ich mal - extra von BS nach H gereist, um Dire Straits zu sehen. Aber damals interessierten mich Gärten noch überhaupt nicht. Und als sie mich interessierten, hatte ich so um 1994 herum einen Besprechungstermin in dem gruseligen Hotel nebenan. Außerdem war damals ein feucht-kalter Wintertag, da habe ich dem Park auch gar nichts abgewinnen können. Und als ich dann endlich von den Pflanztagen hörte, da war uns wegen der Schnecken schon die Staudenlust vergangen. Es ist schon kurios, dass ich jetzt erst durch Deinen Post den Park registriere. Wenn führte uns bisher der Weg immer in den Berggarten. Und eben wird mir erst bewusst, dass es vom Büro aus eigentlich nur ein kleiner feiner Spaziergang ist ;-)
    LG Silke

    AntwortenLöschen
  8. Wunderschöne Fotos und sehr interessant, wenn man den Vergleich von früher zu heute hat, das ist spannend :) Wir werden auch seit Tagen mit Sonnenschein verwöhnt, aber es ist eben noch viiiel zu frischli für den Garten.

    Viele liebe Grüße
    Anna

    AntwortenLöschen
  9. Mir tun die Pflanzen auch leid, die so brutal in eine Form gezwängt werden. Das muss doch echt nicht sein.
    Ich war noch nie auf einer Gartenschau und werde es auch in Zukunft vermeiden. Mir ist das Ganze zu künstlich. Allerdings schön, wenn das Gelände hinterher von der Bevölkerung genutzt werden kann.

    Viele Grüße
    Margrit

    AntwortenLöschen
  10. Vielen Dank für die vielen tollen Bilder. Wir haben heuer auch eine Landesgartenschau in der Nähe. Freue mich schon sehr darauf.

    LG kathrin

    AntwortenLöschen
  11. Hallo Kathinka,
    den Garten kannte ich noch gar nicht. Toll sind auch die alten Fotos dazu.
    Ich war sogar gestern in Hannover, aber nur zum Umsteigen.
    Auch die Herrenhäuser Gärten könnte ich mir mal wieder anschauen.
    Und nun zum Wichtigsten: Du hast bei meiner Verlosung gewonnen! Schick mir bitte deine Adresse, dann leite ich sie an den Verlag weiter.
    VG
    Elke

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Kathinka
    Danke für die tollen Eindrücke. Wunderschön!
    Herzlichst grüsst Dich Yvonne

    AntwortenLöschen
  13. Komisch, man fährt hier und dort hin, aber was ganz in der Nähe liegt wird selten besucht. Jetzt im Winter scheint es noch ein wenig kahl (ich bin zur Zeit einfach nicht mehr winterbegeisterungsfähig), doch im Sommer ist es bestimmt schön, dort ein wenig zu schlendern, Grün und Architektur und Kunst zu genießen.

    Liebe Grüße, Vera

    AntwortenLöschen
  14. Liebe Kathinka
    Wow, durch diesen Park würde ich auch gerne einmal schlendern. Wundervolle Bilder die du uns da zeigst und der Park ist ja richtig geschichtsträchtig. Schön auch, dass so Vieles im Originalzustand belassen wird. Danke dir fürs Zeigen.
    Liebe Grüsse
    Ida

    AntwortenLöschen
  15. Liebe Kathinka,
    Der Stadtgarten ist wirklich einen Besuch wert! Ich hoffe du besuchst ihn wieder wenn er in voller Pracht erblüht.
    Ich freue mich heute schon auf diese Bilder!
    Danke fürs zeigen!
    Herzliche Grüße
    Ella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Kathinka,
      der Stadtgarten ist wunderschön. Die großen Blumentöpfe werden wunderschön ausschaun, wenn sie dann bepflanzt sind. Lang wirds nicht mehr dauern:)
      Liebe Grüße,
      Christine

      Löschen
    2. Liebe Kathinka,
      der Stadtgarten ist wunderschön. Die großen Blumentöpfe werden wunderschön ausschaun, wenn sie dann bepflanzt sind. Lang wirds nicht mehr dauern:)
      Liebe Grüße,
      Christine

      Löschen
  16. Das finde ich erstaunlich, dass du seit deiner Kindheit nicht mehr dort warst.....kann ja nur sein, dass ihr in eurer Gegend ganz viele schöne andere Naturerlebnisse habt. Sehr schöne Eindrücke und ich freue mich auf mehr...
    Liebe Grüße, Sigrun

    AntwortenLöschen