Sonntag, 12. Juli 2015

Schwund ist immer...




aber muß es unter meinen blühenden Stauden im Vorgarten sein?
Vor gar nicht langer Zeit blühten im Vorgarten Lavendel, Stockrosen, Wicken, Feuerbohnen, Salbei und Sonnenhut um die Wette, Hortensien, Phlox und der Sommerflieder gesellten sich mit ihrer Blüte dazu. 
 

Das war einmal..

Schon im letzten Sommer bemerkte ich ein langsames Dahinschwinden meiner geliebten Sommerblüher, dieses Jahr ist es noch viel dramatischer. Der Rittersporn ist völlig abgetaucht, eine einzige Staudenwicke erklimmt das Carport, nur wenige Stockrosen haben im Beet einen Platz gefunden und der rote Sonnenhut wächst äußerst spärlich. Selbst vom Fingerhut zeigte sich nur ein Exemplar. An den jungen Feuerbohnenpflänzchen werden sich wohl die Schnecken erfreut haben. Jetzt setze ich alle Hoffnungen auf Hortensien, Phlox , Fetthenne und Herbstastern.
Einerseits führe ich dieses Phänomen auf die besondere  Hitze und Trockenperiode zurück...


Die Clivie hat sich gleich im Mai einen üblen Sonnenbrand eingefangen. 
Bisher stand sie jedes Jahr an diesem Ort ohne Schaden zu nehmen!

Dieses Jahr fällt mir auf, daß Ameisen ihre Nester 
bevorzugt in Pflanzkübeln bauen und das Wurzelwerk schädigen.

...andererseits gibt es möglicherweise noch ganz andere Verursacher.

Seit einigen Jahren führe ich einen harten Kampf gegen den Dickmaulrüssler. Ich vermute, die Larven haben ihren großen Appetit kräftig am Wurzelwerk der Pflanzen  gestillt. 
Oberirdisch hat der ausgewachsene Rüssler gerade in den letzten zwei Jahren seine gut sichtbaren Fraßspuren an den Rhododendren und dem Efeu hinterlassen, und seine Nachkommen im Erdboden sollen noch viel gefräßiger sein! 



Ausgerechnet die Immergrünen!

Zwar sind die Fraßspuren am Blattwerk deutlich weniger geworden, doch zeigen sie auch, daß sich die Dickmaulrüßler unverdrossen gütlich tun und immens vermehren könnten, wenn ich nichts dagegen unternehme. Der Käfer kann bis zu drei Jahre alt werden und legt in dieser Zeit bis zu 1000 Eier. Die im Erdboden überwinternden und sich später verpuppenden Larven können derart hartnäckig an den Pflanzenwurzeln fressen, daß diese abstirbt. Den Sommer über stand eine Sansevieria draußen im Kübel; im Winter wunderte ich mich über ein sonderbar und leises Geräusch, ein merkwürdig knautschendes Rascheln, das sich nicht lokalisieren ließ.  Irgendwann fielen die steifen Blätter der 'Schwiegermutterzunge' auseinander, sie  war völlig wurzellos während ich völlig fassungslos war…. Larven hatten sämtliche Wurzeln der Kübelpflanze vertilgt.
Jetzt werden jedes Jahr Anfang Mai und Ende September Nematoden ausgebracht, die hoffentlich allen Larven den Garaus machen! Dem ausgewachsenen Käfer können sie leider nicht schaden, die von mir ausgelegten speziellen Fallen zeigten keine Wirkung. Aufgeben ist keine Option für mich, so muß ich wohl noch einige Jahre Nematoden ausgießen, bis der letzte Käfer verendet ist.... (Oder für immer, weil junge Käfer vom Nachbargrundstück einwandern).
Notfalls wird es Pflanzen in meinem Garten geben, die eher nicht auf seiner Speisekarte stehen.

Eure Kathinka

Kommentare:

  1. Liebe Kathinka!
    Oh Du Arme, was für ein gemeines gefräßiges Ekelpack sich da eingenistet hat! Das tut mir echt sehr leid, ich glaube, ich würde ausflippen und wie Rumpelstilzchen ums Haus jagen. Aber was soll man machen? Graben? Da kriegt man eh nicht alle! Bloß nicht aufgeben! Ich drücke Dir so sehr die Daumen, dass Du das über die Zeit in den Griff bekommst!
    Liebe Grüße & einen schönen Sonntagabend!
    Vanessa

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  2. Liebe Kathinka,
    da können wir uns die Hand geben. Wir haben auch sehr viele Dickmaulrüssler. Erst heute hab ich mit meinem Mann gesprochen, warum bei uns so viele mehrjährige Stauden nichts werden und von Jahr zu Jahr verschwinden. Dass das an den Larven der Dickmaulrüssler unter der Erde liegen könnte, hab ich nie bedacht. Na super ... das scheint wirklich ein niemals endender Kampf zu sein. Von Nematoden hab ich schon gehört, kenn sie aber nicht und hab es nie probiert. Wie bringst du Nematoden aus? Und nur in den Blumen- und Staudenbeeten oder auch im Rasen?
    Lieben Gruß und lassen wir uns und unsere Pflanzen nicht unterkriegen,
    Trixi

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    1. Liebe Trixi,
      die ersten Jahre habe ich lediglich um die angefressenen Pflanzen herum Nematoden gegossen.Inzwischen weiß ich, daß sich auch unter dem Rasen Larven befinden. Jetzt gieße ich den gesamten Gartenboden, Blumenkübel, Kompost...
      LG kathinka

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  3. Kennen wir alles! Wenn die wirklich konsequent gießt, zweimal jährlich und die Brettchen für die lebenden Rüssler auslegst, hast du Erfolg. Sie dezimieren sich gewaltig. Allerdings kostet es auch eine Stange Geld, aber wir wollen ja einen Garten haben. Ich hab mir diese Spritze gekauft, trotzdem gießen wir weiterhin mit Kannen, weil ich mit der Spritze (Nemathoden innen) nicht zurecht komme.

    Sigrun

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    1. Mit den ausgelegten Brettchen konnte ich bisher keine Rüssler einfangen, hin und wieder schüttele ich am Efeu, einige fallen dann heraus. Nematoden ausbringen ist wirklich nicht billig (muß wohl mal meine Reichtums- und Glücksecke im Garten aktivieren :o)
      Kathinka

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  4. Dickmaulrüssler habe ich bisher hier nicht festgestellt, aber Schwund habe ich auch. Besonders um meine geliebten Ecchinacaeen trauere ich. Das könnten allerdings auch die Wühlmäuse gewesen sein, denn von denen hab ich reichlich.

    Viele Grüße
    Margrit

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    1. Da will ich mal nicht zu heftig jammern, denn ich kann froh sein, daß ich nicht auch noch Wühlmäuse habe...
      LG Kathinka

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  5. Hallo liebe Kathinka,
    das erste Foto sieht wirklich prächtig aus, schade, dass Du Schäden hast.
    Beim Sonnenhut habe ich auch einige Verluste. Das Thema Ameisen kann auch an Rosen ein Problem sein. Die emsigen Gesellen bauen dann ihr Nest um die Basis der Pflanze. Bei Dani vom Blog des Garteninspektor habe ich gelesen, Zimt soll gegen Ameisen helfen, vielleicht probierst Du es mal aus.
    Auf der Terasse habe ich meine Zinkwanne temporär auf kleine Füßchen gestellt, damit die Ameisen hier nicht mehr ein- und ausgehen.
    Viel Erfolg noch und nicht frustrieren lassen!
    PS. Die wundervolle Rose de Resht macht sich auch ganz toll als Hochstämmchen auf der Terasse.....
    Ich muss übrigens gestehen, bei einigen der neuen Schätzchen habe ich noch keinen Platz gefunden, aber wir haben eine große Terasse...und bei den Krankheiten an den Rosen habe ich folgende Methoden: Abschneiden und drüber hinwegsehen. Ein beherzter Schnitt schmerzt zwar kurzzeitig, aber dafür kommen die Pflänzchen umso schöner wieder. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Beinwelljauche als Dünger gemacht.
    Rosige Sommergrüße von Christine

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    1. Zimt gegen Ameisen ist mir bisher nicht bekannt gewesen, ich kenne da nur Backpulver. Danke für die Tipps.
      LG kathinka

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  6. Ameisen habe ich hier auch in Massen. Der Dickmaulrüssler hat zum Glück noch nicht "zugeschlagen"! Auch bei mir haben sich einige Pflanzen wieder verabschiedet - andere sind dafür nach Jahren wieder aufgetaucht! Mit Stockrosen und Rotem Sonnenhut hatte ich bisher auch keinen Erfolg - also lasse ich das! Ich habe keine Lust mehr, alles zu tun, damit die Pflanzen nicht verschwinden!
    Viele Grüße von
    Margit

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  7. Mit dem Dickmaulrüssler habe ich auch zu kämpfen, da hat das ausbringen von Nemathoden anscheinend doch was genützt. Dieses Jahr hab ich kaum Fraßschäden feststellen können, allerdings sollte ich mich nicht zu früh freuen.
    Schwund hab ich keinen zu beklagen, ganz im Gegenteil. Die roten Sonnenhüte vermehren sich mehr als mir lieb ist, aber die vertragen wenigstens die Trockenheit.

    LG Lis

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  8. Liebe Kathinka,
    es ist wirklich ärgerlich, wenn man solch gefrässige Mitbewohner im Garten hat. Mit den Dickmaulrüsslern hatten wir zum Glück noch keine Proleme. Dafür machten uns die Ameisen arge Probleme. Aber seit ich ihnen mit Zimt und Nelken zuleibe gerückt bin, sind sie aus den Beeten verschwunden. Die Ameisen mögen diese Gerüche nicht, da sie ihre Geruchsspur, auf der sie laufen, nicht mehr verfolgen können und lieber die Flucht ergreifen.
    Viele liebe Grüße Anna und hoffentlich erholen sich deine Blüher wieder.

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  9. Liebe Kathinka,
    es tut richtig weh deinen letzten Bericht zu lesen. Das ist so ein Ding mit der Natur, sie kann so schön sein, aber auch gnadenlos!
    Hier ist es nicht besser, wir werden nur auf eine andere Art angegriffen.
    Sei nicht traurig und freu dich auf all das schöne was noch kommt.
    herzliche Grüße
    Ella

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  10. Liebe Kathinka,
    so gemein und so was von ärgerlich!!!!!! ...ich drück dir die Daumen das du alles in den Griff bekommst und sich deine wundervollen Pflanzen erholen.
    Herzensgrüassli
    Yvonne

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  11. Ohhh, dein schöner Vorgarten, den ich immer so bewundert habe!
    So große Verluste hatte ich noch nicht durch die Rüssler, aber die Wühlmäuse haben fast meine ganzen Wald-Glockenblumen ermordet.
    Hoffentlich erholt sich dein Beet wieder.
    VG
    Elke

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  12. Liebe Kathinka,
    oh, das tut mir leid. Da vergeht einem wirklich die Freude am Gärtnern. Bei uns sind heuer zwar die Schnecken auch ziemlich gefräßig, aber ansonsten haben wir eigentlich keine Schädlinge.
    Hoffentlich erholt sich dein Garten wieder.
    Ganz liebe Grüße,
    Christine

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  13. Grmpf. Ich verstehe deinen Frust total! Manchmal ist der Verlust geballt und heftig und man könnte nur noch heulen. Da hilft bei mir primär der Gedanke an schöne neue Planungen, für die sonst zu wenig Platz gewesen wäre - zumindest, was die Stauden angeht. Für die Immergrünen drücke ich dir sooo die Daumen, dass deine Gegenmaßnahmen erfolgreich sein werden!

    Toi-toi-toi!!
    Xenia

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  14. Liebe Kathinka
    Der Dickmaulrüssler verköstigt sich momentan bei uns am Lorbeer.
    Ich drück Dir die Daumen und hoffe, dass sich die Pflanzen bald erholen.
    Liebe Grüsse Yvonne

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